klimawandel

UNO gründet Organisation zum Biosphären-Schutz

1276594004i30188Gremium gegen Verlust von Wäldern, Riffen und anderen Ökosystemen

Biodiversitätsschutz wird zur Chefsache (Foto: W. Weitlaner/Dominica)

Busan/Nairobi (pte/15.06.2010/12:05) - Repräsentanten von rund 90 Staaten haben in Busan, Korea, die Gründung einer neuen UN-Organisation bekannt gegeben, die den ökologischen Status des Planeten und seiner natürlichen Ressourcen kontrollieren und überwachen soll. Die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) http://ipbes.net, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der kommenden UN-Generalversammlung im September 2010 als formelle Institution begründet. "Davon ist auszugehen", meint Christoph Görg Professor für politikwissenschaftliche Umweltforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung http://www.ufz.de in Leipzig gegenüber pressetext.

"IPBES ist an das Modell des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC angelehnt und soll eine Schnittstelle zwischen Politik und Forschung werden", erklärt der Forscher. "Die wichtigsten Länder waren in Busan vertreten - darunter etwa USA, China, Brasilien und die meisten europäischen Staaten", so Görg, der selbst vor Ort war. Nach jahrelangem Ringen habe man sich schließlich darauf geeinigt, dieses Gremium zum Schutz der Biodiversität ins Leben zu rufen.

Schnittstelle verschiedener Interessensgruppen

Als einer der beiden wichtigsten Punkte dieses Gremiums sieht Görg in der Erfüllung der Bedürfnisse der Entscheidungsträger. Das bedeute auch, dass es eine konkrete Unterstützung in den Entscheidungsprozessen geben müsse. Und dazu gehört etwa das Einbringen von Wissen in diese Prozesse.

Als zweiten wichtigen Punkt des Gremiums sieht Görg das Aufmerksammachen der Öffentlichkeit für die Belange der Umwelt und der Natur. "Trotz einiger Kritik am IPCC ist es diesem Gremium gelungen, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erringen und das Thema Klimawandel in den Vordergrund zu bringen", so Görg. Daher stehe er dem ganzen Gremium und der Erfüllung der Aufgaben positiv gegenüber.

Biodiversität als Dienstleister für Menschen

"Es ist wichtig aufzuzeigen, wie groß die Relevanz einer reichen Biodiversität ist und dass der Mensch abhängig von den Dienstleistungen der Natur ist", so Görg. Das dürfe sich nicht ausschließlich auf eine finanzielle Bewertung verschiedener Ökosysteme beschränken - und auch nicht, wie UNEP-Chef Achim Steiner formuliert hat, zu einem Archiv des Niedergangs mutieren. Vielmehr gehe es Entscheidungsprozesse einzuleiten und Zerstörungen rückgängig zu machen.

"Die Entwicklungsländer haben beispielsweise großes Interesse daran, Zugang zu neuen Technologien, aber auch zu Daten ihrer eigene Umwelt betreffend zu erhalten", so Görg. Dazu gehört die Einrichtung von Trainingsprogrammen, damit in Zukunft Wissenschaftler aus Entwicklungsländern beim Gremium aktiv mitarbeiten können.

"Trotz der Forderungen der Entwicklungsländer nach fixen Beitrittszahlungen, ähnlich jener bei der UNO, hat man sich in Busan auf die Zahlung freiwilliger Beträge und der Errichtung eines Trust Fonds geeinigt", erklärt Görg. Trotz der zahlreichen offenen Punkte sei die Konferenz in Busan positiv zu beurteilen. UNEP-Chef Steiner bezeichnete den Schritt als "Durchbruch im Kampf gegen den Verlust von Wäldern, Korallenriffen und anderen Ökosystemen." (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland

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