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Schottlands Pläne zur 'Null-Müll-Gesellschaft'

1251127619i14216.jpgStrikte Politik zum Deponie-Verbot von wertvollem Abfall

Schottland will neue Wege bei Abfällen gehen (Foto: pixelio.de/Antje Schröter)

Glasgow/Wien (pte/25.08.2009/06:05) - Die schottische Regierung plant ein Deponie-Verbot für wiederverwertbare Abfälle wie etwa Glas, Metall, Textilien und Holz. Nach eigenen Angaben will das Land damit zur ersten "Null-Müll-Gesellschaft" werden. Die neuen Vorschläge, die vor allem auch die Deponierung von gefährlichen Abfällen verbieten wird, sind ab sofort für zwölf Wochen in Begutachtung.

Das Schlagwort, das die schottische Regierung forciert, lautet "Recycling", berichtet das Umweltmagazin Business Green http://www.businessgreen.com. So werden auch Geschäftsleute und Unternehmen dazu animiert, noch mehr Abfälle zu trennen. Zudem sollen neue Sammelsysteme und Abfallverwertungsfirmen entstehen. Geplant sind die Schaffung von 2.000 Arbeitsplätzen in der Abfallindustrie sowie die Einführung neuer Ziele der Materialwiederverwertung. Der neue Plan würde eine Veränderung der Betrachtung von Müll seitens der Unternehmer, aber auch der Bürger bedeuten, meint Umweltminister Richard Lochhead. Für Schottland bedeute der neue Plan ein Umdenken vom Slogan "Abfall als Müll" hin zum "Abfall als Ressource". Zudem betonte der Minister, dass neben dem Umweltgedanken auch noch wirtschaftliche Vorteile liegen, die von Jobchancen bis hin zu neuen Business-Möglichkeiten reichen.

Im kommenden Jahr soll der Plan dann durchgeführt werden. Schottland hat bereits das EU-Ziel bis 2010, nicht mehr als 1,32 Mio. Tonnen von biologisch abbaubaren Abfall zu deponieren, erreicht. Offen bleibt allerdings noch das Ziel, die Hälfte des Haushaltsabfalls bis 2013 zu rezyklieren oder zu kompostieren. Das Unternehmen Ener-G http://www.energ.co.uk wird gemeinsam mit dem Scottish Border Council eine ein Megawatt Deponiegas-Anlage nahe Galashiels installieren. Die Anlage wird mehr als 1.000 Haushalte mit sauberer Energie versorgen und zudem für die Verminderung der Methanemissionen sorgen.

Etwas anders gehe man in Österreich mit dem Thema um, erklärt der Abfallexperte Markus Meissner vom Ökologie-Institut http://www.ecology.at im pressetext-Interview. "In der Deponieverordnung wird festgeschrieben, unter welchen Bedingungen eine Ablagerung zulässig ist. Dabei werden den Abfalleigenschaften Anforderungen der Deponiestandorte gegenübergestellt. Der Bundesabfallwirtschaftsplan stellt die geplanten Maßnahmen des Bundes zusammen, die zur Erreichung der Vorgaben des AWG dienen sollen", so Meissner.

Die österreichische Abfallwirtschaft richte sich primär nach dem Bundesabfallwirtschaftsgesetz, welches festlegt, dass die Abfallwirtschaft im Sinne des Vorsorgeprinzips und der Nachhaltigkeit auszurichten ist. So sollen unter anderem schädliche oder nachteilige Einwirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze, deren Lebensgrundlage und deren natürliche Umwelt vermieden oder sonst das allgemeine menschliche Wohlbefinden beeinträchtigende Einwirkungen so gering wie möglich gehalten werden. "So sollen nur solche Abfälle zurückbleiben, deren Ablagerung keine Gefährdung für nachfolgende Generationen darstellt. Das heißt, dass keine unbehandelten Abfälle deponiert werden dürfen", erklärt der Experte. "Grundsätzlich stehen Maßnahmen der Verwertung vor jenen der Abfallbeseitigung. Im Sinne des Vorsorgeprinzips ist zusätzlich bedacht zu nehmen, dass Abfälle erst gar nicht entstehen", meint Meissner abschließend. (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090825003
Aussender: pressetext.austria

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