klimawandel

Giftige T-Shirts: Modelabels bedrohen Flüsse

20110823016Markentextilien mit gefährlichen Chemikalien hergestellt

Wäscheleine: Kleidung meist mit Gift produziert (Foto: FlickrCC/TabitahBlue)

Peking/Hamburg (pte016/23.08.2011/12:25) - Adidas, Puma, Nike, H&M und Co: Die großen Kleidungslabels verwenden in ihrer Produktion noch immer das giftige Tensid Nonylphenolethoxylat (NPE). Das zeigt eine Greenpeace-Analyse von T-Shirts, Jacken, Hosen, Unterwäsche und Stoffschuhen 15 führender Hersteller. "NPE-Abbauprodukte gelangen beim ersten Waschvorgang neuer Kleidung ins Wasser. Vor allem bedrohen sie jedoch die Erzeugerländer", erklärt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen http://greenpeace.de gegenüber pressetext.

Hormonell wirksames Waschmittel

NPE wird in vielen Billiglohnländern als Waschmittel für andere Schadstoffe der Kleidungsproduktion verwendet. Egal ob es ungeklärt in Flüsse eingeleitet oder zuvor geklärt wird, wandelt es sich zu Nonylphenol (NP) um. NP ist langlebig, wirkt hormonell und wird von der Natur angereichert. Etwa über Fische gelangt es in die Nahrungskette. "Nonylphenol findet man in Sedimenten, jedoch auch im Körper von Menschen etwa am Jangtse-Fluss", so Santen. In der EU hat das Verbot von NP und NPE im Jahr 2005 deutliche Besserungen gebracht, Kanalisations-Einträge über die Waschmaschinen gibt es jedoch weiterhin.

Für die Studie kauften die Greenpeace-Aktivisten in 18 verschiedenen Ländern Bekleidungsartikel mit Logos von Abercrombie & Fitch, adidas, Calvin Klein, Converse, GAP, G-Star RAW, H&M, Kappa, Lacoste, Li Ning, Nike, Puma, Ralph Lauren, Uniqlo und Youngor. Ein unabhängige Laboranalyse wies in 52 der 78 untersuchten Artikel NPE nach, mit bis zu 27 Gramm pro Kilogramm bei einem Converse-T-Shirt. Dass gerade hier die Maximaldosis gefunden wurde, führt Santen auf einen großen Aufdruck zurück, dessen Herstellung mehr Weichmacher benötigt.

Mittäter ohne Wissen

Die vorgefundene NPE-Konzentration der Regalprodukte hält der Greenpeace-Chemiker für belanglos, da geringere Anteile auch bloß auf bessere Vorwäsche deuten können. "Was zählt, ist alleine die Tatsache des Einsatzes, den die Bewohner von Billiglohnländern ausbaden müssen. Wer die Produkte kauft, macht sich unwissentlich dafür mitverantwortlich." Mehr Mündigkeit kann laut Santen das Wechseln zu Öko-Kleidung bedeuten. "Optimal wäre aber, weiter Marken zu kaufen, jedoch von ihnen den Verzicht auf Gifteinsatz zu fordern. Denn das ist möglich, wie die wenigen verbleibenden Textilhersteller in der EU vorzeigen."

Aufholbedarf besteht vor allem daher, da sich die meisten großen Bekleidungshersteller zur nachhaltigen Produktion bekennen. So hat sich etwa Puma selbst verpflichtet, bis 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus der Produktion zu nehmen. "In einem aktuellen Bericht zur Nachhaltigkeit führt Puma erstmals an, wie viel Energie und Wasser für ein Kleidungsstück anderswo nötig sind. Das ist ein Fortschritt, doch beschränkt sich Umweltwirkung nicht auf Wasser und Energie", so Santen. Schaffen die großen Labels hier Standards, wirke sich dies auch für die "No-Name"-Textilndustrie aus, wo noch weit größerer Handlungsbedarf bestehe.

Quelle: pressetext.redaktion

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