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media_img10s.jpgWorld Health Summit stellt sich globalen Gesundheitsfragen

Berlin (ots) - Der Klimawandel ist eines der wichtigsten global diskutierten Themen des 21. Jahrhunderts. Auch unsere Gesundheit wird nachhaltig von ihm beeinflusst. Auf dem Weltgesundheitsgipfel an der Berliner Charité vom 14. - 18. Oktober wird dieser Zusammenhang daher eines der bestimmenden Themen sein. Mehr als 500 international führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden zu der internationalen Konferenz erwartet, die sich den Herausforderungen der globalen Gesundheit stellen und einen Masterplan erarbeiten, um Gesundheit für jeden Menschen zu erreichen. "Gesundheit ist ein universales Menschenrecht", so Professor Detlev Ganten, Charité, Präsident des Word Health Summit.

Experten halten den Klimawandel für die größte globale Bedrohung des 21. Jahrhunderts und schätzen, dass er jährlich für 300.000 Todesfälle verantwortlich ist. Wenn der Treibhauseffekt nicht reduziert wird, werden innerhalb der kommenden 25 Jahre mehr als 300 Millionen Menschen unter den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sein.

Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy werden internationale Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen am 16. Oktober in Berlin über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit sprechen.

Prof. Dr. Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Klimawandel in Kiel beschäftigt sich mit der Frage, was die zu erwartende Bedrohung der Gesundheit verursacht. Welche Krankheiten verbreiten sich? Welche Regionen sind besonders stark betroffen?
Maria Neira, Direktorin in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) referiert darüber, was bereits unternommen wurde und welche Maßnahmen zukünftig ergriffen werden, um die Herausforderungen zu meistern. Was sind die besten Strategien? Welche Schlüsse werden daraus für zukünftige Strategien gezogen? Welche Forschung und Handlungen werden jetzt und zukünftig gebraucht?

Prof. Dr. Rita Colwell von den Universities of Maryland and Johns Hopkins, Bloomberg School of Public Health, spricht über Auswirkungen von Infektionskrankheiten auf die Gesundheit. Was bedeutet dies zum Beispiel für die Cholera-Bedrohung?
Über die Rolle des privaten Sektors referiert Dr. Wolfgang Plischke von der Bayer AG. Welchen Beitrag kann die Wirtschaft leisten, die durch den Klimawandel ausgelösten Risiken einzudämmen? Was bedeuten die neuen Herausforderungen für Pharmaunternehmen? Welche sind die nächsten Schritte, um den privaten Sektor stärker zu involvieren? Gibt es neue Modelle für Public Private Partnerships?

Unter den Teilnehmern ist auch Christie Ebe vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Das amerikanische IPCC erhielt im Jahr 2007 zusammen mit Al Gore den Friedensnobelpreis für Engagements im Klimaschutz.
Als Mitbegründerin des ersten gemeinnützigen Pharmaunternehmens in den USA nimmt Victoria Hale von OneWorld Health an der Podiumsdiskussion "Das Anpassen von Zielen und Mitteln bei der personalisierten Medizin in der routinemäßigen Gesundheitsversorgung" teil. OneWorld Health finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Ihre Unabhängigkeit nutzt die Nichtregierungsorganisation, um Medikamente für Arme in Entwicklungsländern zu erforschen und bereit zu stellen.

Ein weiterer Themenbereich des Summits ist die personalisierte Medizin, die unter anderem die Krebs- und Stammzellforschung betrifft. Hier gelang im diesem Sommer einer Forschergruppe um die beiden chinesischen Wissenschaftler Fanyi Zeng von der Jiao Tong Universität (Shanghai) und Qi Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Peking) ein sensationeller Durchbruch: Mit Hilfe sogenannter IPS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) züchteten sie aus reprogrammierten Hautzellen lebende Mäuse. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass IPS-Zellen genauso wandelbar sein können wie embryonale Stammzellen. "Wir sind hocherfreut, dass Fanyi Zeng und Qi Zhou ihre bahnbrechenden Ergebnisse auf dem World Health Summit präsentieren", so Prof. Dr. Detlev Ganten, Präsident des Weltgesundheitsgipfels. "Die personalisierte Medizin wird durch ihren Beitrag auf eine neue Ebene gehoben und ethische Probleme der Stammzellforschung werden wesentlich erleichtert." Das Berliner Centrum für Regenerative Medizin und Therapie (BCRT) der Charite bearbeitet ebenfalls diese Thematik.

Auf dem Gebiet der Stammzellforschung ist auch das Max-Planck-Institut (MPI) erfolgreich tätig. So gelang es einer Forschergruppe um Hans Schöler am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster erst kürzlich, menschliche Körperzellen mit einem einzigen Gen zu reprogrammieren. Das MPI ist eine der wichtigsten Partnerorganisationen des Weltgesundheitsgipfels. Prof. Stefan Kaufmann, Direktor und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, wird sich auf dem World Health Summit dem Thema Pandemieplanung widmen.

Unter dem Titel "The Evolution of Medicine" findet der erste Weltgesundheitsgipfel vom 14. bis 18. Oktober 2009 in Berlin statt. International führende Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft diskutieren in Berlin drängende Fragen der globalen Gesundheit. Die Initiatoren des World Health Summit wollen damit den nötigen Startimpuls für ein koordiniertes Handeln geben. Themen sind z.B. Prävention, Bekämpfung von Pandemien, Infektionskrankheiten, personalisierte Medizin, Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit, Gesundheitswirtschaft und Finanzierungsfragen der Gesundheitssysteme. Sprecher sind u.a. zahlreiche nationale und internationale Gesundheits- und Forschungsminister sowie Staatssekretäre; Vertreter der Weltgesundheitsorganisation und des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, CEOs der pharmazeutischen Industrie und Medizintechnik, mehrere Nobelpreisträger sowie Präsidenten führender nationalen und internationalen Wissenschaftseinrichtungen. Der Summit 2009 wird der erste einer Reihe jährlich stattfindender Gipfel sein und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Quelle: www.worldhealthsummit.org

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