klimawandel

Internationale Kritik am Handel mit Aktien von Atomkonzernen wird von der IHK Frankfurt diffamiert

IHK Frankfurt am Main beweist Unsensibilitaet und Mangel an Professionalitaet im Umgang mit KriterInnen

Frankfurt am Main. - Umweltorganisationen und AktivistInnen aus dem internationalen Netzwerk von Anti-Atom-AktivistInnen "Nuclear Heritage Network" sind empoert ueber den Umgang der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt am Main mit KritikerInnen des Handels mit Atom-Aktien. Wie das Buendnis von AktivistInnen aus ueber zehn Laendern heute erfahren hat, diffamierte die IHK eine Aktion an der Frankfurter Boerse, die am ersten Boersentag dieses Jahres, am 2. Januar 2009, stattfand und veranlasste ein Strafverfahren gegen eine Aktivistin.

Im Rahmen einer internationalen Veranstaltung, an der Anti-Atom-AktivistInnen aus Frankreich, Finnland, Bulgarien, Russland und Deutschland teilnahmen, wurde der Handel mit Aktien von Atomkonzernen und die Foerderung der gefaehrlichen und mit katastrophalen Konsequenzen verbundenen Atomkraft kritisiert. AktivistInnen entrollten in Front der Frankfurter Boerse ein mehr als zehn Meter langes Banner: "Nuclear Stocks = Time-Bomb". Ausserdem wurde einem Boersenvertreter demonstrativ eine symbolische "nukleare Zeitbombe" uebergeben. Die AktivistInnen forderten die Einstellung des Handels mit gefaehrlichen Unternehmensanteilen und den Stopp von Atomprojekten in aller Welt. Die Versammlung war formgerecht angemeldet und erfuhr solidarische Unterstuetzung von MarkthaendlerInnen, die Getraenke kostenfrei an die AktivistInnen ausgaben.

Vor Ort gab sich die Boerse professionell und nahm das mitgebrachte Praesent - eine nukleare Zeitbombe als Pappkonstruktion - ohne weiteres entgegen. Nun wurde jedoch aktenkundig, dass anderthalb Monate spaeter ein Strafverfahren von der IHK (Eigentuemerin des Boersengelaendes) gegen eine AktivistIn eingeleitet. Ihr wird Hausfriedensbruch vorgeworfen, da sie "ohne Erlaubnis" die Fassade des Gebaeudes zu ersteigen versucht haette. Obwohl der strittige Vorgang nach Beendigung der Demonstration stattfand, solidarisieren sich Anti-AktivistInnen weltweit mit der Betroffenen.

"Offensichtlich versucht die IHK in Kooperation mit der Frankfurter Polizei eine unliebsame AktivistIn zu kriminalisieren. Wurde erst vor Ort von einem Boersenvertreter Professionalitaet und Offenheit fuer Kritik suggeriert, so wird nun hintenrum versucht Druck auf politische KritikerInnen auszuueben. Die IHK liess sich mehr als einen Monat Zeit, um festzustellen, dass sie sich in ihren Rechten beeintraechtigt gefuehlt habe", sagt Falk Beyer, ein Aktivist aus dem "Nuclear Heritage Network". "Es ist offensichtlich, dass hier versucht wird eine KritikerIn mit Strafverfahren zu ueberhaeufen, um ihren politischen Aktivismus zu stoppen. Doch kriminell ist nicht die AktivistIn, kriminell ist die Atomindustrie, die mit ihrer Profit- und Machtgier das Leben von unzaehligen Menschen nicht nur gefaehrdet, sondern immer wieder auch zerstoert. Kriminell sind solche Institutionen, die Profite aus dem Handel mit den Aktien solcher Atomunternehmen schlagen. Und kriminell ist auch die Polizei, die immer wieder mit einschlaegig als rechtswidrig beurteilten Massnahmen gegen Anti-Atom-AktivistInnen vorgeht."

Gegen die Kletter-AktivistIn aus Frankreich sind in den letzten Monaten unzaehlige Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die Tatvorwuerfe und die Behandlung anderer Beteiligter legen nahe, dass es nicht um die Verfolgung von angeblichen Straftaten geht, sondern darum, eine - seitens der Polizei - unbeliebte AktivistIn mundtot zu machen. Regelmaessig wird ihr in diesen Verfahren der anwaltliche Beistand verweigert und kein Dolmetscher beigeordnet.

"Die IHK beweist mit ihrer Anzeige, dass ihr die Sensibilitaet und Professionalitaet im Umgang mit berechtigter Kritik fehlt. Statt sich mit der Kritik am Atomhandel der Boerse auseinanderzusetzen, geht die IHK in die Offensive gegen ihre KritikerInnen", so Beyer. "Die Frankfurter Boerse, die dort handelnden Aktionaere und Organisationen und die im vorliegenden Fall aktiv gewordene IHK sind mitverantwortlich fuer Tausende Opfer von sogenannter 'Niedrigstrahlung' aus dem laufenden Betrieb von Atomanlagen, mitverantwortlich fuer Tausende Opfer von Atomunfaellen, mitverantwortlich fuer ungezaehlte Opfer des umwelt- und gesundheitsschaedlichen Uranabbaus und der damit verbundenen wiederholten Beraubung der indigenen Menschen vor Ort sowie mitverantwortlich fuer das strahlende Erbe der Atomwirtschaft."

Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten zum Klimawandel - direkt in Ihr Postfach. Kostenlos & unverbindlich.

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.