klimawandel

Dürre beeinflusst Pflanzen ähnlich wie Klimawandel

Blütezeit der Pflanzen verschiebt sich um mehrere Tage

Starker Regen und Dürre verändern die Blütezeit, ermittelten Forscher

Bayreuth (pte/05.11.2008/11:55) - Eine sichtbare Erscheinung des Klimawandels ist die Häufung von Extremwetterereignissen. Diese haben stärkeren Einfluss auf die Pflanzenwelt als bisher angenommen. "Eine große Trockenheit hat auf die Blütezeit dieselben Auswirkungen wie ein Jahrzehnt der durch den Klimawandel bedingten Temperaturerwärmung", so die Ökologin Anke Jentsch von der Universität Bayreuth http://www.uni-bayreuth.de im pressetext-Interview. Die Ergebnisse der von ihr geleiteten Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) http://www.ufz.de durchgeführt wurde, erschienen am heutigen Mittwoch in der Zeitschrift Global Change Biology.


Die Bayreuther Biologen setzten auf Versuchsbeeten hundert weit verbreitete Pflanzenarten wie Wolliges Honiggras, Spitzwegerich oder Heidekraut an und simulierten eine einmonatige Dürre sowie einen zwei Wochen lang andauernden Starkregen. Blütebeginn und -dauer der Pflanzen wurden zwei Jahre lang registriert und die Ergebnisse verglichen. Starker Regen verschiebt die Blütezeit demzufolge nicht, verkürzt diese aber um durchschnittlich drei bis fünf Tage. Die Trockenheit ließ die Pflanzen hingegen früher und länger blühen. Die größte Irritation stellten Jentsch beim Hornklee fest: "Die Verschiebung der Blütezeit beträgt hier über ein Monat." Zum Vergleich: Die aufgrund des
allgemeinen Temperaturanstiegs vermutete Veränderung der Blütezeit beträgt pro Jahrzehnt rund zweieinhalb Tage.

Folgen dieser Änderung sieht Jentsch in der Interaktion der Blütenpflanzen mit den Insekten, die für die Bestäubung der Blüten zuständig sind. "Auch sie passen ihren Lebenszyklus an das jeweilige Klima an, jedoch weit stärker an die geänderte Temperatur als an die Niederschlagsmenge." Dadurch werden die Tier- und Pflanzenzyklen zunehmend entkoppelt. Die Expertin für Störungsökologie hält es für denkbar, dass langfristig andere Insekten die Funktionen übernehmen oder dass sich Blüteperioden in den Folgejahren nach Extremereignissen auch wieder auf den ursprünglichen Stand einpendeln. Dennoch sei die zweite Generation der Pflanzen negativ beeinträchtigt. "Die Menge und Qualität der Samen wird schlechter."

Extremereignisse könne man jedoch nicht eindeutig als Störung des natürlichen Gleichgewichts beurteilen, so Jentsch. "Es sind Ereignisse, die den Rhythmus der Natur entscheidend mitprägen und die Konkurrenzstände von Tieren und Pflanzen verändern." Der Mensch empfände sie als negativ, da sie seine Nutzungsmöglichkeiten der Natur einschränkten. Langfristige Konsequenzen für das Pflanzenreich könne man jedoch erst durch weitere Studien erkennen. "Obwohl bereits viele phänomenologische Daten vorliegen, wurden Auswirkungen der Extremereignisse bisher kaum erforscht", so die Bayreuther Forscherin abschließend. (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081105026
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Johannes Pernsteiner
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