Die Naturschutzorganisation drängt zur Eile. Man habe keine Zeit für taktisches Geplänkel. Der WWF fordert von den Industriestaaten eine Reduktion von Klimagasen von 25-40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990. Bis 2050 müssten die Emissionen in diesen Ländern um 80-95 Prozent sinken. Aber auch die Schwellenländer müssten einen Beitrag leisten zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Die Frist für notwendige Maßnahmen, um die globale Erwärmung bis zur Mitte des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, laufe rasant ab. Die Zwei-Grad-Grenze gilt als Schwelle, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels halbwegs zu beherrschen. Der WWF verweist auf aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, dass der Klimawandel weit härter und schneller zuschlage als bisher prognostiziert. Wissenschaftler halten ein völliges Abschmelzen des sommerlichen arktischen Packeises bis 2040 für möglich. Die Folgen für Europas Küstenregionen wären katastrophal. Szenarien, nach denen der Meeresspiegel weltweit um mehrere Meter steigen könnte, seien keine Science Fiction. Dies würdeeine Bedrohung von mehreren zehn Millionen Menschen weltweit bedeuten.
Der WWF weist drauf hin, dass zugleich die CO2-Speicherkapazität der Meere und Wälder sinke. Diese so genannten natürlichen Senken haben in den vergangenen 50 Jahren um fünf Prozent abgenommen. In derselben Zeit seien die CO2-Emissionen aber kontinuierlich gestiegen. Aus diesem Grund liege der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre auf einem Rekordniveau von 383ppm. Das ist der höchste Wert seit mehreren Millionen Jahren. Der WWF drängt die Regierungen den UN-Klimagipfel in Posen für eine unmittelbare Kursänderung zu nutzen und einen Weg aus der Krise einzuschlagen. Die Regierungen müssen sich auf Höchstwerte und die festzusetzende Senkung der globalen CO2-Emissionen bis 2020 einigen. Zudem müssen die Industriestaaten zusätzliche Investitionen für Klima schützende
Maßnahmen in den Entwicklungsländern bereitstellen.
