klimawandel

RWE Power errichtet Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche

Kölner Regierungspräsident erteilt Genehmigung

Essen/Köln (ots) - Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat RWE Power die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche erteilt. Die Anlage wird im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerksstandort Niederaußem errichtet. Sie wird ab Sommer diesen Jahres pro Stunde etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase abscheiden. Das entspricht bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90 Prozent.

In der Pilotanlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen erprobt. Damit will RWE Power Erfahrungen für spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne konventionelle Braun- und Steinkohlenkraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten.

"Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krisen ist es wichtig, dass Firmen durch Investitionen und Genehmigungsbehörden durch zügige Verfahren gemeinsam zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen. Wir haben unseren Beitrag geleistet und deshalb im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zügig alle Belange des Umwelt- und Arbeitsschutzes sowie die baurechtlichen Aspekte geprüft. Ich freue mich deshalb, heute die abschließende Betriebsgenehmigung für den CO2-Wäscher erteilen zu können", betonte Lindlar. RWE Power-Vorstandschef Dr. Johannes Lambertz dankte dem Regierungspräsidenten für die Genehmigung.
"Wir müssen alle Technologien gleichzeitig vorantreiben, um schnellstmöglich ein Höchstmaß an Effizienz und Klimaschutz zu erzielen. Bevor moderne Kohlenkraftwerke im großen Stil mit CO2-Abscheideeinrichtungen versehen werden können, müssen die Verfahren als Ganzes im Zusammenspiel mit einem Kraftwerk praktisch getestet werden", stellte Lambertz klar. Die Pilotanlage zur CO2-Wäsche ist wie die kürzlich eingeweihte Wirbelschichttrocknungsanlage (WTA), das Algenprojekt und der REAplus-Hochleistungswäscher Teil des Innovationszentrums Kohle. Dort entwickelt RWE Power Technologien für die Kohlenkraftwerke von Morgen und Übermorgen. Die CO2-Wäsche-Pilotanlage dockt an den zurzeit modernsten und effizientesten Braunkohlenkraftwerksblock der Welt, die BoA 1, an.

RWE Power ist für das CO2-Wäsche-Projekt eine Kooperation mit BASF und Linde eingegangen. Das Chemieunternehmen erprobt neue, energieeffiziente Waschflüssigkeiten zur Abtrennung des CO2 aus dem Rauchgas. Linde optimiert die Anlagentechnik für den Kraftwerksbetrieb. Ziel ist es, den Energieaufwand der CO2-Abtrennung erheblich zu verringern. Denn grundsätzlich mindert die CO2-Wäsche den Gesamtwirkungsgrad der Stromerzeugung. Diese Minderung gilt es, im Interesse von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit so weit wie möglich, zu begrenzen.

Das Projekt ist auf neun Millionen Euro veranschlagt und wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb einer Pilot- und einer Demonstrationsanlage für die CO2-Wäsche hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant. Das bestätigt die grundsätzliche Bedeutung einer zukünftigen CO2-armen, klimaschonenderen Stromerzeugung am Industriestandort Deutschland.

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