Klimawandel gefährdet Weinkultur in den Schweizer Alpen

Rebsortenwanderweg diskutiert klimatische Auswirkungen auf die Weinregion

Weinanbau lädt zum Wandern ei

Sierre (pte/15.09.2008/12:50) - Im Unterwallis liegt das grösste Weinanbaugebiet der Schweiz am Fuss zahlreicher Viertausender. Das Wasser wird unter anderem aus dem Stauwerk Grand Dixence zugeführt, das aus 27 Gletschern gespeist wird. Durch den Klimawandel und die Gletscherschmelze könnte der Weinanbau jedoch bald gefährdet sein. Die fünf Unterwalliser 4000er-Alpengipfel bilden eine majestätische Kulisse für die nicht minder eindrucksvollen Weinterrassen. Im Rhonetal kultivieren über 2.200 Weinbauern mehr als 50 Rebsorten und produzieren rund 500 verschiedene ausgezeichnete Weine. Durch die drastische Gletscherschmelze könnte es in Zukunft allerdings zu Wasser-Versorgungsengpässen in den Suones kommen.

Seit jeher hat der Mensch in der Region versucht, die Kraft des Wassers zu nutzen. Die Walliser Geschichte zeugt in all ihren Facetten davon. Zunächst galt es, mit grosser Ausdauer die Rhone einzudämmen. Dann wurde ein Netz von über 200 Suonen angelegt. Dazu schufen die Walliser Winzer ein Geflecht aus Bewässerungskanälen, das sich horizontal durch die steilen Rebhügeln im idyllischen Weinparadies der Alpenregion zieht. Auch bauten die Winzer bis zu 17 Meter hohe Steinmauern nebst dem 1.400 Kilometer langen Wasser-Kanalsystem. Viele der spektakulären Terrassen und Galerien wurden schon im 13. Jahrhundert angelegt. In der Region Salgesch, Sierre und Sion liegt das önologische Herz der Alpen.

Im Rhonetal werden jährlich 50 Mio. Liter Wein produziert. Mit einem Drittel der Gesamtfläche, die mit Reben beflanzt ist (5200 ha), ist das Wallis somit der bedeutendste Weinkanton der Schweiz. Das Besondere dieser Weinregion ist der frappante Höhenunterschied der Weinkulturen. So überwindet der Rebberg von Visperterminen 500 Höhenmeter. Dieses Mikroklima mit der einzigartigen und komplexen Bodenvielfalt (Granit, Kalk, Schiefer und Gneiss) führt zu einer grossen Auswahl an Weinen, wobei drei Viertel des Anbaus mit den Rebsorten Pinot Noir, Chasselas, und Gamay kultiviert wird. Nun machen sich die Walliser Winzer Sorgen, wie der Weinanbau das nächste Jahrhundert überlebt.

Im September kommen jedes Jahr Scharen von Weinliebhabern zum berühmten Rebsortenwanderweg, der zwischen Sierre und Salgesch liegt. Dann werden hier inmitten der Rebberge die neuen Weine verköstigt. Über 35 Weinproduzenten bieten in den urchigen Claves ihre Spezialitäten feil. Für 20 Franken erhalten die Weinwanderer ein Degustationsglas, einen Gutschein für ein Raclette und zehn Weinproben. Am 20. September ist es auch in diesem Jahr wieder soweit. Bei diesem beliebten Önologen-Treffen sollen nun auch die klimatischen Auswirkungen auf den Weinbau diskutiert werden.

 

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Redakteur: Gerd Müller
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