01.12.2007: Regenwald-Abholzung muss in Klima-Diskussion einfließen

Indonesien als Fürsprecher auf der UN-Klimakonferenz in Bali

Regenwälder schlucken das Treibhausgas Kohlendioxid

Washington DC (pte/01.12.2007/13:36) - Das Thema Abholzung müsse unbedingt in die internationale Klimaschutzdiskussion miteinfließen. Zu diesem Schluss kommt die Umweltgruppe Union of Concerned Scientists http://www.ucsusa.org aus Cambridge, Massachusetts. Europäische Unternehmen investieren Milliarden Dollar in Klimaschutzprojekte in den Entwicklungsländern. Aber das Kyoto-Protokoll berücksichtigt Waldschutzgebiete nicht. Dabei sei der Erhalt der Wälder ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com in seiner Online-Ausgabe.

Nun sehen allerdings jene Staaten, die über große Waldflächen haben, eine Chance für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll auch zu finanziellen Vorteilen zu kommen. Der erste Schritt dazu ist die Idee Waldrodungen auf die Agenda der in Bali stattfindenden vorläufig letzten Runde der UN-Klimakonferenz zu bringen. "Alle Staaten mit großen Regenwaldgebieten wollen gemeinsam auftreten, um den restlichen Ländern zu erklären, dass sie die gleichen fundamentalen Ziele verfolgen", erklärt Doug Boucher, Sprecher der Union of Concerned Scientists. Dabei habe sich Indonesien als internationale Leitfigur in diesen Belangen entwickelt, obwohl das Thema im vergangenen halben Jahr nicht angeschnitten wurde.

Die Idee, das Problem der Waldrodungen in das Thema mit einfließen zu lassen, ist allerdings nicht neu. In der ersten Dekade des Kyoto-Protokolls wurden zwar Wiederaufforstungsprojekte miteinberechnet, der Erhalt von Wäldern wurde jedoch fallen gelassen. Eine Einigung über die "verhinderte Entwaldung" konnte damals nicht erreicht werden. Das Argument war, dass es technisch sehr schwierig sei, nachzurechnen, ob Wälder noch bestehen oder ob sich das Problem lediglich verlagert habe.
In der Zwischenzeit gibt es auch verbesserte Luft- und Satellitenaufnahmen, die relativ genau darüber Aufschluss geben, wie
sich die Waldgebiete entwickeln. Costa Rica und Papua Neuguinea hatten die Coalition for Rainforest Nations bei der Klimakonferenz in Montreal 2005 geleitet. (pressetext berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=050518054 ). Erst kürzlich sind Brasilien und Indonesien und andere tropische Länder der "Forestry 11" - den elf Staaten, die 85 Prozent der tropischen Regenwälder beheimaten - beigetreten.

Zwar mögen die Vorschläge der einzelnen Staaten verschieden sein, Konsens herrscht jedoch darüber, dass die Wälder dazu beitragen, den weltweiten CO2-Ausstoß zu verringern. Umgekehrt argumentieren die Staaten damit, dass der Erhalt der Wälder Kosten verursache. Die Coalition of Rainforest Nations http://www.rainforestcoalition.org etwa schlägt vor, dass die Rodung auf einem nationalen Level beobachtet werden soll und als CO2-Kredite an Industriestaaten verkauft werden könnten - allerdings erst dann, wenn eine Verringerung der eigenen nationalen Emissionen in diesem Sektor verifiziert wurden.

Zur UN-Klimakonferenz, die vom 3. bis 14. Dezember dauert, reist die EU mit klaren Vorstellungen im Gepäck. Sie will die Industrieländer auf ihr ehrgeiziges Ziel einschwören, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um 30 Prozent zurückzufahren. Bis 2050 soll ein Rückgang um 60 bis 80 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 erreicht werden. (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=071201007

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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