Der aktuelle Kommentar: Glühbirnen verbieten?

Warum energiesparende Glühbirnen den CO 2 Ausstoß nicht senken

Von Jan S. Voßwinkel, Centrum für Europäische Politik (CEP)

Freiburg (ots) - Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments will am heutigen Dienstag darüber entscheiden, ob sich das Plenum im März mit dem Glühbirnenverbot befassen soll.

Befürworter des Verbots argumentieren mit den positiven Effekten für das Weltklima, die sich durch den geringeren Stromverbrauch von Energiesparlampen erzielen lassen. So auch die EU-Kommission. Dabei versteht sie offenbar ihre eigene Politik nicht. Denn gerade aufgrund der erfolgreichen Klimaschutzpolitik wäre das Glühbirnenverbot klimapolitisch komplett wirkungslos.
Wieso das? Anders als bei verbrauchsarmen Automotoren führt der geringere Stromverbrauch von Energiesparlampen zu keinem geringeren CO2-Ausstoß. Warum nicht? Schließlich schützt doch auch ein geringerer Kraftstoffverbrauch das Klima.

Der Grund ist einfach: Stromproduzenten unterliegen dem Emissionsrechtehandel. Die Produktion oder der Verbrauch von Kraftstoff hingegen nicht. Durch den Emissionsrechtehandel ist die Obergrenze der zulässigen Emissionen festgelegt. Im Rahmen des Emissionsrechtehandels entscheiden dann die Akteure darüber, wo wie viel CO2 innerhalb dieser Obergrenze emittiert wird, indem sie Emissionsrechte kaufen oder verkaufen. Wenn also der eine CO2 spart, kann der andere mehr ausstoßen. Die Summe bleibt immer gleich. Wenn also die Glühbirnen verschwinden, können Kohlekraftwerke schmutziger laufen. Oder die Aluminiumindustrie mehr Energie verbrauchen.

Und der Gesamteffekt ist gleich Null.

Wer Strom sparen will, soll also Energiesparlampen nutzen. Wem das "alte" Licht lieber ist, soll seine Glühbirnen leuchten lassen. Klimaschädlich verhalten sich beide nicht. Und dank des Emissionsrechtehandels müssen sie sich nicht gegenseitig etwas vorschreiben.

Um den Ausstoß von CO2 zu verringern, muss man die Obergrenze senken. Im Dezember will die Kommission hierzu anspruchsvolle Ziele im Rahmen eines neuen weltweiten Klimaabkommens in Kopenhagen vereinbaren.
"Mehr Licht!" möchte man unseren Parlamentariern zurufen. Und: Weniger Verbote!

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